BRC046 Nachrichtennutzung auf Social Media und wie man sie erforscht

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Soziale Netzwerke versorgen uns neben Katzenvideos auch beiläufig mit Nachrichten. Dr. Anna Sophie Kümpel und Lisa Merten wissen, was das mit uns macht.

Man kennt es: Ein Freund postet einen Link auf Facebook. Man klickt und einige Minuten später findet man sich ellenbogentief in einem Artikel über eine ausstrebende Tierart am anderen Ende des Erdballs. Eine Meldung, die man vielleicht nicht gesucht, die aber trotzdem zu einem gefunden hat. Incidental News Exposure bzw. „zufälliger Nachrichtenkontakt“, nennt es die Fachwelt. Dr. Anna Kümpel und Lisa Merten beschäftigen sich in ihrer Forschung intensiv mit diesem Phänomen. Vor allem wollen sie wissen, wie „zufällig“ dieser Nachrichtenkontakt wirklich ist und ob dieser immer positiv zu bewerten ist.

Außerdem erzählen sie von der Schwierigkeit als Sozialwissenschaftlerinnen auf Social Media an repräsentative Daten zu kommen und von einem Kommunikationswissenschaftlichen Bias, den es oftmals zu überwinden gilt.

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Dr. Anna Sophie Kümpel

Publikationen von Anna Sophie Kümpel

Lisa Merten

Publikationen von Lisa Merten

Sonstiges

Johanna Sebauer

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  • E-Mail an das BredowCast-Team
  • Das Leibniz-Institut für Medienforschung auf Twitter – @BredowInstitut

BRC045 Mediennutzung in deutschen Flüchtlingslagern 1945-2000

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In Flüchtlingsunterkünften herrschen spezielle Informationsbedürfnisse und Mediennutzungspraktiken. Philipp Seuferling erforscht sie.

In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Deutschland eine Reihe von Fluchtbewegungen. Menschen aus verschiedensten Ländern fanden in Sammelunterkünften eine temporäre Bleibe. Aufgrund der speziellen Informationsbedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner bildeten sich dort ganz eigene Mediennutzungspraktiken heraus.

In den Lagern der unmittelbaren Nachkriegsjahre gaben die Bewohnerinnen und Bewohner „Lagerzeitungen“ heraus, um über für sie relevante Themen zu informieren. „Lagerkinos“ dienten zur Unterhaltung, wurden von den Alliierten aber auch als Möglichkeit der demokratischen Umerziehung wahrgenommen. Später dienten Medien den Geflüchteten auch als Mittel, um auf Missstände in ihren Unterkünften aufmerksam zu machen.

Philipp Seuferling, derzeit Gastforscher am Leibniz-Institut für Medienforschung, schreibt seine Dissertation über Medien in deutschen Flüchtlingslagern im Zeitraum von 1945 bis circa 2000. Im BredowCast erzählt er Johanna Sebauer, wie sich die Mediennutzung von Geflüchteten im Laufe der Zeit geändert hat und warum man sich darüber Gedanken machen sollte.

 

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Philipp Seuferling

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BRC044 Recommender Systems: Igor, Gabriela and their YouTube journey

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Igor and Gabriela are fictional characters created by media researcher Dr. Jonathon Hutchinson. In his current project, Jonathon tries to uncover patterns in YouTube’s recommender system. For that purpose he created individual YouTube accounts for five different fictional characters and observed how differently YouTube’s algorithm treats them. Igor, a 40-something male living in Russia, Gabriela, a grandmother living in Brazil and the other characters are exposed to radically different video content when navigating the platform.

In the BredowCast Jonathon talks to Johanna Sebauer about researching digital spheres as an ethnographer, about how YouTube’s recommender system might influence people’s information behavior and what public service broadcasters could do to uphold information diversity.

Jonathon Hutchinson is a lecturer in online communication and media at the University of Sydney and currently a visiting fellow at the Leibniz Institute for Media Research | Hans-Bredow-Institut (HBI).

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Dr. Jonathon Hutchinson

Publications

  • You can find all publications by Jonathon on his website

Johanna Sebauer (Host)

Leibniz-Institute for Media Research | Hans-Bredow-Institut (HBI)

BRC043 Fake-News: Gefahr für die Europawahl 2019?

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Ende Mai wählt die Europäische Union ihr Parlament. Könnte Fake-News das Ergebnis beeinflussen? Wie kann man rechtlich dagegen vorgehen? Soll man das überhaupt? Johanna Sebauer hat beim Medienrechtsexperten Mag. Dr. Matthias Kettemann nachgefragt.

Lügen ist nicht verboten. Wer lügt hat in den meisten Fällen nur soziale, aber keine rechtlichen Konsequenzen zu tragen. Manche Lügen können jedoch schwere Folgen haben. Zum Beispiel dann, wenn sie politische Wahlen beeinflussen. Die US-Wahl 2016, die Bundestagswahl 2017 und zuletzt die Wahlen in Brasilien 2018 und Spanien 2019 haben gezeigt, dass über das Netz verbreitete Falschmeldungen zu einem ernsthaften Problem werden können und die ausgewogene öffentliche Meinungsbildung gefährden.

Wie kann die demokratische Gesellschaft vor möglicherweise folgenschweren Lügen oder Halbwahrheiten geschützt werden ohne die Meinungsäußerungsfreiheit zu verlieren? Der Medienrechtsexperte Mag. Dr. Matthias Kettemann erzählt von der Schwierigkeit, eine Lüge im Netz als solche zu erkennen und von den Möglichkeiten und Grenzen der Justiz im Kampf gehen Desinformation.

In diesem Podcast sitzen sich zwei Österreicher gegenüber, der gelegentliche Rückfall in den Dialekt sei ihnen verziehen. Sie machen es mit einem spontanen Gewinnspiel am Ende der Folge wieder gut.

Links

Desinformation

Fake-News

Stellen die sich innerhalb der EU mit Fake News befassen

Fall Radio Milles Collines

Tools um Fake-News zu entlarven

Matthias Kettemann

Johanna Sebauer

 

BRC042 Gesellschaftlichen Zusammenhalt erforschen

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Das „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ befindet sich in der Konzeptionsphase. Was ist gesellschaftlicher Zusammenhalt eigentlich und wie kann man ihn erforschen? Ein Werkstattgespräch mit Dr. Jan-Hinrik Schmidt.

Im Sommer 2018 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) elf Forschungseinrichtungen aus zehn deutschen Bundesländern ausgewählt und sie mit dem Aufbau des „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalts“ betraut. Auch das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut ist daran beteiligt. Dr. Jan-Hinrik Schmidt hat sich dieses großen Projektes angenommen. Im Gespräch mit BredowCast-Gastgeberin Johanna Sebauer erzählt er aus dem Maschinenraum des sich gerade formierenden Instituts, erklärt seine Arbeitsweisen und Forschungsschwerpunkte.

Zusammenhalt in heterogenen Gesellschaften

Ein zentraler Punkt wird sein herauszufinden, was gesellschaftlichen Zusammenhalt eigentlich ausmacht. In gegenwärtigen Gesellschaften funktioniere Zusammenhalt nicht mehr über geteilte Werte oder ähnliche Lebensstile. „Das Grundgesetz kann als gemeinsamer Werterahmen gerade noch funktionieren, aber darüber hinaus ist unsere Gesellschaft zu heterogen, und das ist auch gut so“, sagt Schmidt. Die Frage, die sich nun stellt ist: Was hält heterogene Gesellschaften wie unsere zusammen? Eine für Schmidt plausibler Ansatz: Vor allem die Art und Weise wie eine Gesellschaft mit Konflikten umgehe, sei ausschlaggebend. „Es geht nicht darum, Konflikte auszublenden oder eine Gesellschaft zu schaffen, in der es keine Konflikte mehr gibt. Sondern es geht im Gegenteil darum, Prozesse zu schaffen, in denen eine Gesellschaft ihre Konflikte zivilisiert und produktiv austragen kann. Dafür müssen diese Prozesse offen, demokratisch und verständigungsorientiert sein.“


Links

Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Dr. Jan-Hinrik Schmidt

Johanna Sebauer

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BRC041 Like-Economy: Das Geschäft mit den Followern

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Um den Handel mit Likes, Followern und Kommentaren ist ein globaler Wirtschaftszweig entstanden. Prof. Dr. Patrick Vonderau erforscht ihn.

Likes, Follower, Shares und Kommentare kann man kaufen. Ganz legal und oftmals nur mithilfe ein paar weniger Klicks. „Like-Economy“ wird der Handel mit dem digitalen Gut auch genannt und er erstreckt sich über den ganzen Globus. Prof. Dr. Patrick Vonderau und sein Team forschen in verschiedenen Ländern, um ein erstes Bild dieses wirtschaftlichen Phänomens zu zeichnen.

Die wichtigste Erkenntnis bislang: Mit dem medial transportierten Bild der „Click-Farms“ – digitalen Sweatshops in Billiglohnländern des globalen Südens – hat der Wirtschaftszweig wenig zu tun. Eine riesige, gar illegale Schattenwirtschaft gibt es nicht. In der Like-Economy arbeitetet man professionell organisiert und in der Regel legal. Die Arbeit ist eher mit Onlinemarketing zu vergleichen als mit ausbeuterischen Strukturen und Internetbetrug.

Dennoch ist der Handel mit Likes und Followern nicht unproblematisch. Wie es rechtlich um ihn bestellt ist, ist noch nicht zur Gänze geklärt. Welchen Einfluss er auf eventuelle politische Kräfteverhältnisse hat, muss ebenso noch detaillierter erforscht werden.

Prof. Dr. Patrick Vonderau ist Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ans Leibniz-Institut für Medienforschung kam Prof. Vonderau für einen Vortrag und erklärte sich im Anschluss spontan dazu bereit, im BredowCast mit Johanna Sebauer über seine aktuelle Forschung zu sprechen.

Links

Like-Economy

Click-Farming

Typische Berichterstattung über Click-Farming 

Forschungsprojekt von Prof. Dr. Patrick Vonderau

  • Shadow Economies of the Internet: An Ethnography of Click Farming (2018- 2020). In Zusammenarbeit mit dem Sozialanthropologen Johan Lindquist (Universität Stockholm). Es wird finanziert vom Vetenskapsrådet/The Swedish Research Council

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BRC040 Die Wege unserer Daten

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Im Internet gehen unsere Daten lange Wege, die oft schwer nachzuvollziehen sind. Florian Wittner hat sie verfolgt und sich gefragt, wer von den vielen Akteuren in den sogenannten „Plattformökosystemen“ für den Datenschutz zuständig ist.

Online interagieren wir selten mit nur einem Anbieter, sondern – meist ohne es zu wissen – gleich mit einer Reihe von Diensten, Anbietern und Plattformen, die in einem komplexen Netzwerk miteinander verbunden sind. „Plattformökosysteme“ oder „Service-Ökosysteme“ nennt die Wissenschaft diese Konglomerate. Florian Wittner ist rechtswissenschaftlicher Doktorand am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, er hat die Datenflüsse in diesen Plattformökosystemen untersucht und die Frage gestellt, wer für den Schutz unserer Daten verantwortlich ist, wenn sie durch die Hände mehrere Akteure laufen.

In dieser Folge des BredowCasts erklärt er Gastgeberin Johanna Sebauer, wie die Datenflüsse technisch funktionieren und er erzählt von der Schwierigkeit, die datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit juristisch zuzuordnen.

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BRC039 Der Fall Relotius

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Der Fälschungsskandal um Claas Relotius hat Ende 2018 die Medienwelt erschüttert. Einige Wochen sind seither vergangen, mit etwas Abstand blickt die Journalismusforscherin Prof. Dr. Wiebke Loosen im aktuellen BredowCast auf die Geschehnisse und Hintergründe.

Im Dezember 2018, kurz vor Weihnachten gab der SPIEGEL bekannt, in einen schwerwiegenden Betrugsfall verstrickt worden zu sein. Claas Relotius, ein Starreporter des Hauses und Gewinner zahlreicher Journalistenpreise, hatte zugegeben, Geschichten in großem Stil gefälscht zu haben.

Wiebke Loosen gesteht, sie sei heute ganz froh darüber, dass sie sich zum damaligen Zeitpunkt bereits in den Weihnachtsferien befand und somit für erste Statements und Analysen nicht zur Verfügung stehen konnte. Denn für sie als Forscherin sei eine gewisse wissenschaftliche Distanz zu diesem hochkomplexen Fall von Vorteil. Einen guten Monat nach den Enthüllungen nimmt sie sich im BredowCast die Zeit und erzählt vom Stellenwert, aber auch den Fallstricken der journalistischen Reportage und erklärt, warum der Fall Relotius in sämtliche Handbücher für Journalisten Eingang finden wird.

Der Fall habe ihr auch wieder einmal vor Augen geführt, warum es eigentlich so wichtig ist, was sie als Journalismusforscherin tagtäglich tut: beobachten und analysieren, wie Journalismus funktioniert.

Links

Der Fall Claas Relotius
Alle Beiträge zum Fall auf Spiegel Online

Die Reportage
Standardwerk über die Reportage: Haller, M (2008): Die Reportage. Halem Verlag
René Pfister und Horst Seehofers Modelleisenbahn

Journalistenpreise
Journalistenpreise.de
Meedia

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Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Das Institut auf Twitter
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BRC039 Sonderausgabe: Bredow wird Leibniz!

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Das Hans-Bredow-Institut wurde mit 1. Januar 2019 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es ist die größte Veränderung der Institutsgeschichte.

In dieser Sonderausgabe des BredowCasts spricht Johanna Sebauer mit einem der beiden Direktoren Prof. Dr. Wolfgang Schulz darüber, was dieser Schritt für das Institut und seine Forschung bedeutet und welche Veränderungen nach Innen und nach Außen stattfinden.

Eine große Veränderung wurde bereits bekanntgegeben, das Institut trägt seit der Leibniz-Mitgliedschaft einen neuen Namen: Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI). Der BredowCast aber, soviel sei verraten, bleibt weiterhin BredowCast.

 

Links 

Leibniz-Gemeinschaft
https://www.leibniz-gemeinschaft.de/

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
https://www.leibniz-hbi.de/ 

Das Institut auf Twitter
https://twitter.com/BredowInstitut 

E-Mail an das Podcast-Team
podcast@hans-bredow-institut.de

BRC038 Facebooks "Supreme Court"

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Mark Zuckerberg hat angekündigt, dass in Zukunft eine unabhängige Instanz, eine Art „Supreme Court“, in strittigen Content-Fragen als Beschwerdestelle für Nutzerinnen und Nutzer herhalten soll. In Folge 38 des BredowCasts erklärt die Juristin Amélie Heldt, welche rechtlichen Fragen dieses Vorhaben aufwirft.

Amélie Heldt ist Juristin und beschäftigt sich als Doktorandin am Hans-Bredow-Institut mit Meinungsfreiheit in Sozialen Netzwerken. Dort wird die Meinungsfreiheit bislang durch die Regeln des jeweiligen Netzwerks geregelt. Bei Facebook sind dies die Community Standards, denen man bei Eintritt in die Plattform zustimmt. Verstößt man gegen sie und postet beispielsweise gewaltverherrlichenden oder pornografischen Inhalt, hat Facebook das Recht, diesen Inhalt von der Plattform zu löschen.

Mark Zuckerbergs neuer Vorschlag, die Löschung von Inhalten von einer unabhängigen Instanz überwachen zu lassen, wirft einige Fragen auf. Wer sollen die Richterinnen und Richter sein, die in Zukunft in Facebooks „Supreme Court“ sitzen? Wer bestellt sie? Wie kann diese Instanz Regeln für die gesamte Welt interpretieren? Amélie Heldt bespricht sie mit Johanna Sebauer.

 

Shownotes

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