BRC068 Literatur im Radio

Literatur und Radio verbindet eine besondere Beziehung – von den ersten Tagen des Rundfunks bis in die aktuelle Gegenwart. Senior Researcher Dr. Hans-Ulrich Wagner im Gespräch mit Johanna Sebauer über die Entwicklung einer Symbiose.

Bereits kurz nach der ersten Rundfunksendung in Deutschland im Oktober 1923 begannen Schriftsteller*innen und das apparative Medium Radio aufeinander zuzugehen. Mit neuen technischen Mitteln wurde das Geschichtenerzählen für die Ohren erprobt. Das Hörspiel war geboren. Autor Alfred Döblin bezeichnete den Rundfunk gar als Rückkehr zum Ursprung des Geschichtenerzählens, der im mündlichen Erzählen liegt.

Nach bescheidenen Anfängen, begann sich das Schreiben für das Radio rasch zu professionalisieren. In der nach dem Ende des Krieges unter den Alliierten neu aufgebauten dezentralen Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entstand sogar ein regelrechter Wettbewerb untereinander, der selbstverständlichen Rolle als Kulturfaktor gerecht zu werden, berichtet Dr. Hans-Ulrich Wagner. „Man wollte gute Autor*innen gewinnen, die besten Texte für das eigene Haus erhalten. Mitunter legten kleinere Anstalten zusammen, um an das Honorarniveau der großen Anstalten heranzureichen.“

Aktuelle Herausforderungen

Dr. Hans-Ulrich Wagner erforscht aber nicht nur historische Zusammenhänge, wie Autor*innen mit dem Rundfunk umgegangen sind und wie der Rundfunk sich als Kulturproduzent legitimierte. Aus seiner Arbeit als Kritiker und Juror weiß er, wie Hörspielautor*innen heute mit den Folgen der Digitalisierung konfrontiert sind und dass diese ihrer Zunft nicht nur Gutes bescheren.

Im Juni veröffentlichten zahlreiche Autor*innen einen an die ARD adressierten offenen Brief. Darin beklagen sie die aktuellen Honorarbedingungen und Vergütungsregeln, vor allem was das Onlinestellen ihrer Produktionen in den Mediatheken anbelangt. Denn während in vordigitalen Zeiten ein Hörspiel oft mehrmals wiederholt und von anderen Rundfunkanstalten übernommen wurde – woran die Autor*innen jedes Mal verdienten – reicht ein lediglich einmalig gezahltes Honorar heutzutage nicht aus, die lange Ausarbeitszeit für ein gutes Hörspiel auskömmlich zu finanzieren. Es wird also aktuell ein neues Kapitel dieser symbiotischen Beziehung aufgeschlagen.

Links

Literatur

Wagner, Hans-Ulrich. 2019. “Writers and Radio: How Literary Authors Have Made Use of the Medium over a Century”. TMG Journal for Media History 22 (2): 8–23. DOI: http://doi.org/10.18146/tmg.597

Offener Brief der Hörspielautor*innen

https://www.hans-flesch-gesellschaft.de/

 Dr. Hans-Ulrich Wagner

Johanna Sebauer

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

BRC067 Pornoplattformen und ihre Regulierung

Der Regulierungsdiskurs hat beim Thema Pornoplattformen großen Nachholbedarf, sagen die Jurist*innen Valerie Rhein und Martin Fertmann.

Unter den meistgeklickten Websites weltweit finden sich zahlreiche Pornoseiten. Soweit, so wenig überraschend. Umso überraschender aber, dass diese so viel besuchten Seiten bei den heute oft hitzig geführten Debatten über Netzregulierung außen vor bleiben. Und das, obwohl die Gefährdungspotenziale auf diesen Plattformen groß sind: Sie reichen von digitaler Gewalt über nicht-einvernehmlich hochgeladenes Material bis hin zu dokumentiertem Kindesmissbrauch.

Nicht-Debatte

Die Gründe für diese Nicht-Debatte seien vielschichtig, sagen Valerie Rhein und Martin Fertmann. Seit mehreren Monaten tauschen sie sich mit Forscher*innen, Journalist*innen, Aktivist*innen und Betroffenen aus, um einen besseren Überblick über diesen noch nicht gut ausgeleuchtete Themenkomplex zu gewinnen

Einerseits liege es am „Schmuddel-Stigma“, das den Plattformen nach wie vor anhafte, weshalb sich Politiker*innen womöglich lieber anderen, besser vermarktbaren Themen widmen, sagt Valerie Rhein. Andererseits habe die Strukturierung von Pornographie-Webseiten so viele Dimensionen und trage so viel politischen Zündstoff in sich, dass es schwierig sei, überhaupt Ankerpunkte zu finden, an denen man mit Regulierungsmaßnahmen ansetzten könne.

Fehlende Transparenz

Eine generelle Entwicklung, die wir auf sozialen Netzwerken beobachten, ist, dass private Unternehmen wie Facebook, Google etc. private Regeln aufstellen (z. B. Facebooks Community-Standards), die festlegen, wann gegen Inhalte vorgegangen wird und wann nicht. Langsam bewegt sich diese Entwicklung in Richtung einer institutionellen Kontrolle.

Pornographie-Plattformen haben sich diesen Dynamiken bislang entzogen und sind immer noch vergleichsweise intransparent, was Unternehmensstruktur und Nachvollziehbarkeit ihrer Regeln und Praktiken angeht. Erste Anzeichen der Änderung hin zu mehr Transparenz gibt es. Für Valerie Rhein und Martin Fertmann gilt es, diese Entwicklungen weiter zu verfolgen.

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Valerie Rhein

Martin Fertmann

Johanna Sebauer

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BRC066 Nachrichtennutzung in Deutschland (Reuters Institute Digital News Report 2021)

Der Reuters Institute Digital News Report 2021 hat das Nachrichtennutzungsverhalten in 46 Ländern weltweit erfragt. Die Ergebnisse für Deutschland lieferte das HBI. Co-Autorin Julia Behre erklärt die Befunde im BredowCast.

Am liebsten holen sich die Deutschen ihre Nachrichten nach wie vor aus dem linearen Fernsehen. Zwar wird ihm seit geraumer Zeit der schleichende Tod vorausgesagt, doch die aktuellen Zahlen belegen, dass seine Beliebtheit in allen Altersgruppen sogar wächst. Für 44 Prozent der Befragten ist das Fernsehen die wichtigste Nachrichtenquelle, 70 Prozent nutzen mindestens einmal pro Woche TV-Nachrichten.

Im Vergleich dazu haben Nachrichten in Zeitungen und Zeitschriften (26 %) sowie im Radio (40 %) 2021 in allen Altersgruppen geringere Reichweiten. Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit den pandemiebedingten Veränderungen des Arbeitsalltags und dem Wegfallen des Arbeitswegs, welcher oft mit Radiohören im Auto oder dem Kauf einer Zeitung für Pendelfahrten verbunden ist.

Nachrichten auf Social Media

Außerdem sinkt die Nachrichtennutzung auf sozialen Medien. Zwar kommen insbesondere Jüngere häufig auf sozialen Medien mit Nachrichten in Kontakt (52 %), allerdings verzeichnen Nachrichten in sozialen Medien 2021 gegenüber den Vorjahren sinkende Reichweiten in allen Altersgruppen. Unter den 18- bis 24-Jährigen ist der Anteil um vier Prozentpunkte gesunken. Am größten ist der Rückgang mit -11 Prozentpunkten bei den 25- bis 34-Jährigen auf nun 42 Prozent.

Vertrauen in Medien hoch

Das Vertrauen in die Nachrichtenmedien ist im letzten Jahr gestiegen. Insgesamt geben 53 Prozent der erwachsenen Onliner in Deutschland an, den Nachrichten im Allgemeinen zu vertrauen – acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr 2020.

Podcasts stagnieren

Im Gegensatz zum rasanten Anstieg der Nutzungszahlen der Podcasts, war in diesem Jahr eine Stagnation zu beobachten. Ähnlich wie im Vorjahr hörte im Schnitt jeder Vierte einen Podcast pro Woche.

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Julia Behre

Johanna Sebauer

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BRC065 Intermediäre in der Wissenschaftskommunikation

Mit dem Science Media Center Germany hat Deutschland ein Expertisezentrum, das Journalist*innen bei der Berichterstattung über wissenschaftliche Themen unterstützt. Irene Broer und Louisa Pröschel haben es erforscht.

Das Science Media Center Germany (SMC) arbeitet an jener Schnittstelle, wo wissenschaftliche Expertise auf journalistische Praxis trifft. Das Büro in Köln dient als Anlaufstelle für mit wissenschaftlichen Themen befassten Journalist*innen, bereitet Themen auf und stellt Kontakte zu Expert*innen her. Mit diesem Vermittler oder „Intermediär“ entstehen neue Strukturen in der Wissenschaftskommunikation in Deutschland.

Irene Broer hat im Jahr 2020 mehrere Monate in der Redaktion des SMC verbracht und den Redakteur*innen über die Schulter geschaut. Wie arbeiten sie? Wie wählen sie Themen aus?

Die Ergebnisse dieser Feldforschung hat sie nun gemeinsam mit Louisa Pröschel in einem Arbeitspapier präsentiert. Das SMC erfülle mit seiner Arbeit drei Rollen: Neben der Rolle als „Knowledge-Broker“, der zwischen Wissens-Suchenden und Wissens-Schaffenden vermittelt, seien für das SMC außerdem die Rolle des „Trust-Brokers“ und des „Value-Brokers“ relevant.

Als Trust-Broker arbeite es an der Herstellung und Vermittlung von stabilen Vertrauensverhältnissen zwischen Journalist*innen und der Wissenschaft. Als Value-Broker vermittle es außerdem gesellschaftliche Werte, zum Beispiel im Hinblick auf den Stellenwert der Wissenschaft innerhalb der Gesellschaft.

 

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Irene Broer

Louisa Pröschel

Johanna Sebauer

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BRC064 Wie informieren sich junge Menschen?

Erstmals hat eine wissenschaftliche Studie mit großer Liebe zum Detail die Nachrichtennutzung junger Menschen ganz genau unter die Lupe genommen. Studienautorin Leonie Wunderlich erzählt davon im BredowCast.

Das gängige Vorurteil, dass Jugendliche und junge Erwachsene sich nicht für Nachrichten interessierten und nur bei ihren Lieblings-YouTubern im Netz abhängen, stimmt so nicht, sagt Leonie Wunderlich. Ihre eben veröffentlichte Studie „Use the News – Nachrichtennutzung und Nachrichtenkompetenz im digitalen Zeitalter“ liefert wissenschaftliche Belege dafür.

„DIE Jugendlichen als homogene Masse gibt es einfach nicht“, erzählt sie im BredowCast. „Innerhalb der Altersgruppen der 14- bis 17-Jährigen und der 18- bis 24-Jährigen sehen wir immense Unterschiede in der Art des Nachichtenkonsums“

Die #UseTheNews-Studie identifiziert vier Typen der Nachrichtennutzung: die (1) Journalistisch Informationsorientierten, die (2) Gering Informationsorientierten, die (3) Umfassend Informationsorientierten und die (4) Nicht-journalistisch Informationsorientierten.

Bezug zum eigenen Leben fehlt

Die Studie hat außerdem nach der Relevanz von journalistischen Inhalten im Leben der Jungen gefragt und herausgefunden, dass vielen jungen Menschen bei journalistischen Nachrichten oft der Bezug zur eigenen Lebensrealität fehlt. Diesen Bezug herzustellen, sehen die Studienautor*innen daher als wesentlichen Handlungsauftrag für journalistische Nachrichtenmedien.

Die Studie wurde von der Deutschen Presse Agentur (dpa) und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien in Auftrag gegeben und vom Leibniz-Institut für Medienforschung durchgeführt.

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Zur Studie

Leonie Wunderlich

Johanna Sebauer

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

 

BRC063 Mit Memes Geschichte kommunizieren

Memes sind zu einer Sprache des Internets geworden. Wer sie nicht beherrscht, dem entgeht so manche Stellungnahme und Pointe. Die Medienhistoriker Dr. Hans-Ulrich Wagner und Hermann Breitenborn erklären, warum es sich lohnt, Memes kommunikationswissenschaftlich zu untersuchen, und wie über Memes Geschichte kommuniziert wird.

Der Begriff „Meme“ wurde zum ersten Mal vom einem Evolutionsbiologen verwendet. Richard Dawkins schrieb 1976 in seinem Buch „The Selfish Gene“ über Memes als Merkmale, die „kulturell vererbt“ werden. Im Gegensatz zu biologischen Merkmalen, die sich über Gene innerhalb der Erblinie weiterschreiben, schreiben sich Memes über Praktiken und Nachahmung innerhalb einer Kultur fort. Seit den 1990er Jahren wird der Begriff für sich schnell verbreitende, in unterschiedlichsten Formen wiederkehrende Internet-Phänomene verwendet.

Internet-Memes

Noch vor zehn Jahren musste man nach Memes auf speziellen Meme-Websites (z.B. Memebase) oder auf Plattformen wie reddit oder 9gag suchen. Heute gehören sie zum Alltag und fluten Social-Media-Plattformen. Meist sind es humorvolle Bilder oder Videos mit denen User*innen auf Themen aus (Pop)Kultur, Politik etc. Bezug nehmen. Doch gerne werden Memes auch dazu verwendet, um in den Sozialen Medien auf Ereignisse in beinahe Echtzeit zu reagieren und Aktuelles zu kommentieren.

Historische Themen in Memes

Aus der Fülle des Materials greifen die Wissenschaftler Dr. Hans-Ulrich Wagner und Hermann Breitenborn die Memes auf, die aktuell einen Bezug auf Geschichte herstellen bzw. historische Versatzstücke für ihre Aussagen nutzen. Ihr Fokus liegt auf der Frage, wie historische Themen in Internet-Memes Verwendung finden.

Zwei Kategorien von historischen Memes könne man unterscheiden, sagen die beiden. In der ersten Kategorie findet man Memes, die eine historische Darstellung aufgreifen und diese durch Vervielfältigung und Veränderung zum eigenständigen Meme machen. In der zweiten Kategorie wird historisches Material aufgegriffen und mit aktuellen Bezügen in Verbindung gesetzt. Im Podcast erklären die beiden anhand von drei Beispielen, wie in Memes insbesondere die Themen Holocaust und Nationalsozialismus behandelt werden.

Links

Literatur zum Thema

Im Podcast besprochene Beispiele für historische Memes

Beispiel 1
Historische Memes

Beispiel 2a

Beispiel 2b

Beispiel 3
Historische Memes. Auschwitz. Kellyanne Conway

 

Dr. Hans-Ulrich Wagner

Hermann Breitenborn

Johanna Sebauer

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

BRC062 Sturm aufs Kapitol, Trump und Twitter

Nach dem „Sturm aufs Kapitol“ am 6. Januar 2021 in Washington D.C. diskutieren der Politikwissenschaftler Jan Rau und der Medienjurist Dr. Matthias C. Kettemann darüber, welche Rolle die Medien dabei spielen. Und ob so etwas auch in Deutschland passieren könnte.

 

Die US-amerikanische Gesellschaft ist gespalten. Die einen feiern den neu gewählten Präsidenten Joe Biden wie einen Erlöser, die anderen wollen seinen Wahlsieg nicht anerkennen. Ein Konflikt zwischen zwei Wirklichkeiten, der im Sturm auf das Kapitol am 6. Januar seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Im US-Parlament war für diesen Tag die offizielle Auszählung der Wahlmännerstimmen im Kongress anberaumt. Diese abschließende Zertifizierung Joe Bidens als neuen US-Präsidenten wollten die Demonstrant*innen stören.

Schuld nicht (nur) bei Medien

Der Sturm aufs Kapitol sei ein schockierendes, aber keineswegs überraschendes Ereignis, sagt der Politikwissenschaftler Jan Rau. Die Polarisierung der US-amerikanischen Gesellschaft sei nicht von heute auf morgen passiert, sondern schwele bereits seit vielen Jahren. Den beliebten Vorwurf, die digitalen Medien seien mit ihrer Flut an Fake-News Schuld an der Polarisierung, hält er für zu kurz gefasst. Vielmehr hätte es an der Unfähigkeit konservativer Politiker*innen gelegen, den Demagogen Trump aus ihren Reihen fernzuhalten. Hier sieht Rau auch konservative Kräfte in Deutschland in der Pflicht, sich klar gegen antidemokratische Tendenzen zu positionieren.

Trump und Twitter

Twitter war Trumps Lieblingsplattform zur Kommunikation mit dem Volk. Regelmäßig sorgten seine Tweets für Empörung. In der Wahlnacht im November 2020 reagierte das Unternehmen erstmals und versah einige seiner Tweets wegen Falschaussagen mit Warnhinweisen. Nach dem Sturm aufs Kapitol löschte Twitter das Benutzerkonto des amtierenden Präsidenten. Diese Entscheidung sei gleichzeitig richtig, zu spät und hochproblematisch gewesen, kommentiert Matthias Kettemann die Sperre. In dieser Entscheidung spiegeln sich viele Debatten und Probleme rund um die Macht der Plattformbetreiber.

Wer klagt, Twitter würde Trumps Meinungsfreiheit beschneiden, liege zumindest nach geltendem US-Recht falsch, denn Trump hat kein Recht auf Meinungsfreiheit gegenüber Twitter, so Matthias Kettemann. Diese Freiheit genießen Bürger*innen in den USA nur gegenüber dem Staat. Private Unternehmen seien nicht dazu verpflichtet diese Freiheiten zu gewähren. In Deutschland sieht die Gesetzeslage anders aus: Hier sind auch private Akteure, die einen bedeutenden Einfluss auf die öffentliche Kommunikation haben (z.B. Stadien, Flughäfen, soziale Netzwerke), an gewisse Grundrechte gebunden.


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Blogbeitrag von Jan Rau zum Thema

Matthias Kettemann zur Twitterlöschung Trumps im Deutschlandfunk

Jan Rau

Matthias Kettemann

Johanna Sebauer

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

BRC061 Wie wird man Medienrechts-Forscher*in?

Dr. Stephan Dreyer ist Medienrechts-Forscher. In dieser BredowCast-Folge erzählt er, wie er zu einem solchen geworden ist.

 

Dass aus ihm später kein schlitzohriger Anwalt würde, war Stephan schon als junger Student klar. Während seines ersten Praktikums in einer Kanzlei musste er feststellen, dass „Anwälte dazu da sind, sich zu streiten. Ich mag Streit aber nicht besonders“, sagt er. „Lieber diskutiere ich über gemeinsame Lösungen.“

Dann also Forschung. In diese rutschte er eher zufällig und zwar über das HBI. Auf der Suche nach einem Studentenjob bewarb sich Stephan zunächst für eine Stelle des IT-Admin. Damals in den Neunzigern, brannte er für alles, was mit Computern und dem Internet zu tun hatte, und programmierte bereits selbstständig Websites. Als HBI-Direktor Wolfgang Schulz beim Bewerbungsgespräch überrascht feststellte, dass Stephan Jura studierte, stellte er ihn kurzerhand als rechtswissenschaftliche Hilfskraft ein. Diese Arbeit machte ihm so viel Freude, dass er fortan immer weniger Zeit den Hörsälen der rechtswissenschaftlichen Fakultät und immer mehr im HBI verbrachte.

Gute Leute im Medienrecht gefragt

Der Weg in die Wissenschaft sei kein typischer für einen Juristen, sagt Stephan. Das Jurastudium sei eigentlich darauf ausgelegt, Studierende für juristische Berufe, also Anwält*in, Richter*in, Notar*in, etc., zu befähigen.  Forscher*innen brächte es wenige hervor, obwohl es für sie durchaus Bedarf gäbe, insbesondere im Bereich Medienrecht. Jura-Studierenden, die sich gegen eine „klassische“ Jurist*innenkarriere entscheiden, rät Stephan daher, sich zu überlegen, ob das Medienrecht nicht etwas für sie sei. „In diesem Bereich werden wir in Zukunft sehr viele, sehr gute Leute brauchen.“


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BredowCast-Folge 58

„Wie wird man Medienforscherin“ mit Prof. Dr. Wiebke Loosen

Stephan Dreyer

 Johanna Sebauer

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

BRC060 Regulierung von Telegram und Zoom

Inhalte auf Telegram und Zoom unterliegen kaum rechtlicher Kontrolle oder plattforminterner Moderation. Soll das so bleiben? Die Medienrechtsexpert*innen Amélie Heldt und Martin Fertmann wägen ab.

Spätestens seit Corona kennen wir die Plattformen Zoom und Telegram etwas besser. Hier die unersetzliche Komponente im Home-Office, dort die vermeintliche Spielwiese der Corona-Leugner*innen, auf der prominente Stimmen wie Attila Hildmann und Xavier Naidoo hunderttausende Menschen erreichen.

Telegram

Nicht nur bei Menschen mit sogenannten „alternativen Meinungen“ ist Telegram beliebt, sondern auch bei jenen, die illegale Inhalte verbreiten wollen. Einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW zufolge, finden sich Telegram Rechtsverstöße in den Bereichen Rechtsextremismus, Pornografie, Drogen- und Dokumentenhandel. Der Ruf nach einer Regulierung dieser digitalen Räume wird immer lauter.

Zoom

Auch bei Zoom stellt sich die Frage nach Regulierung. Durch seine wachsende Bedeutung als Kommunikationsraum wachsen auch Begehrlichkeiten, Vorgaben darüber zu machen, was auf der Plattform gesagt werden darf und was nicht. Zum Teil geschieht dies bereits. Eine Vortragsveranstaltung mit der zur Palästinenser-Organisation „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) gehörenden Rednerin Leila Khaled hatte Zoom im September 2020 abgesagt, nachdem es im Vorfeld zu Beschwerden von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Protestaktionen vor der Zoom-Firmenzentrale gekommen war. Die PFLP wird von den USA als terroristisch eingestuft.


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 Martin Fertman

Amélie Heldt

Johanna Sebauer

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BRC059 Europäische Medienkonferenz

Die Medienjurist*innen Prof. Dr. Wolfgang Schulz und Amélie Heldt berichten von der EU-Medienkonferenz und erklären das komplexe Zusammenspiel von Wissenschaft und Politik.

 

Vier Monate lang, von Juli bis Oktober 2020, hat unser Institut die EU-Medienkonferenz wissenschaftlich begleitet. Die Konferenzserie fand im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft statt. Ziel war die Diskussion über einen für alle Mitgliedstaaten einheitlichen gesetzlichen Rahmen für die europäische Medienlandschaft.

Wolfgang Schulz und Amélie Heldt erzählen im Detail, worüber während der Konferenz diskutiert wurde, zu welchen Ergebnissen man kam und welche Akzente das HBI bei der wissenschaftlichen Begleitung gesetzt hat.

Zusammenspiel von Wissenschaft und Politik

Als Wissenschaftler die Politik zu beraten sei nicht immer einfach, sagt Wolfgang Schulz. „Herausfordernd sind schon die unterschiedlichen Zeithorizonte. Politik verändert sich in nur sehr kleinen Schritten.“

Außerdem sei man beim wissenschaftlichen Beraten von Politiker*innen immer mit einem „Power Play“ konfrontiert. „Es gibt wohl kein generelles Interesse aller Akteure daran, dass sich die Medienregulierung kohärent und auf Fakten basierend gestaltet, sondern es geht auch um unterschiedliche Positionen. Wissenschaftlicher Rat kann da mal nützlich sein, mal kann er der eigenen Position entgegenstehen.“

 

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BredowCast Episode 56

Infos zur EU-Ratspräsidentschaft

Amélie Heldt

Prof. Dr. Wolfgang Schulz

Johanna Sebauer

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